Die geplante 6+5-Formel, die am 30. Mai 2008 bei dem 58. ordentlichen FIFA-Kongress in Sydney verabschiedet werden sollte, stößt bei der EU-Kommission in Brüssel auf Widerstand.
Nachdem sich das Exekutivkomitee der FIFA im Vorfeld zu dem bevorstehenden FIFA-Kongress zu Beratungen zusammen fand, wurden diesen Dienstag die getroffenen Entscheidungen in einer Pressekonferenz vorgestellt und erläutert. Bei den besprochenen Themen ging es u.a. auch um Vorschläge zur 6+5-Formel. Diese Regelung sieht vor, daß Vereine im europäischen Fußball künftig mindestens sechs heimische Spieler aufstellen müssen.
Durch die 6+5-Formel sollen, so FIFA-Präsident Joseph S. Blatter, die Nationalmannschaften geschützt werden und ein Monopol der großen Vereine verhindert werden. Die Einführung der 6+5-Regel sieht eine schrittweise Umsetzung vor. Vereine sollen ab der Saison 2010/11 mindestens vier nationale Spieler zu Spielbeginn aufstellen, in der Spielzeit 2011/12 fünf und in der Saison 2012/14 die vorgesehenen sechs heimische Spieler.
Der EU-Rat in Brüssel dagegen sieht in der geplanten Regelung eine nicht zulässige Einschränkung der Freizügigkeit von Arbeitnehmer wegen deren Nationalität. Sie halte diese Diskriminierung grundsätzlich für eine Verletzung des Eu-Rechts.
So erklärte der tschechische EU-Kommissar Vladimir Spidla, zuständig für Arbeitsmarktfragen:
“Der EU-Vertrag beauftragt uns, Diskriminierung zu verhindern. Wenn ein Mitgliedstaat dieses Prinzip verletzt, indem er die 6+5- Regel zulässt, dann muss die EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren gegen ihn einleiten.”
Dem Mitgliedstaat, der das Diskriminierung-Prinzip verletze, könne eine Geldstrafe pro Tag drohen.
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