NPD Kampagne gegen Patrick Owomoyela führt zur Anklage wegen Volksverhetzung

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat nach eigenen Angaben gegen den Parteichef der NPD Udo Voigt, den Parteisprecher Klaus Beier und dem Vorstandsmitglied Frank Schwerdt Anklage wegen Volksverhetzung in zwei Fällen sowie Beleidigung erhoben. Den drei Funktionären wird Diskriminierung des Fußballprofis und Nationalspieler Patrick Owomoyela vorgeworfen.

Im Juni 2006 veröffentlichte die NPD einen „WM-Planer“ zur Fußball-Meisterschaft. Auf dem Cover des Heftes war ein Spieler im Trikot der Deutschen Nationalmannschaft und der Nummer 25 zu sehen. Diese Trikotnummer war zum damaligen Zeitpunkt Patrick Owomoyela bei der DFB-Auswahl fest zugeordnet. Zudem war auf dem Cover der Slogan „Weiß. Nicht nur eine Trikot-Farbe! Für eine echte Nationalmannschaft!“ zu lesen. Der in Hamburg geborene 27-jährige Nationalspieler ist deutsch-nigerianischer Herkunft. Die Berliner Staatsanwaltschaft sieht die Angeklagten als Verantwortliche für die Herausgabe des „WM-Planer“.

Mit seinem Rechtsanwalt gemeinsam erwirkte Owomoyela im Jahr 2006 eine einstweilige Verfügung gegen das NPD-Heft und verhinderte die Verbreitung weiterer „WM-Planer“. Damals beschlagnahmte die Polizei rund 70.000 weitere Exemplare. Der Nationalspieler und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) stellten zudem auch Strafanzeige. Die NPD veröffentlichte unmittelbar danach einen weiteren „WM-Planer“ durch den nach Ansicht der Ermittler erneut ein dunkelhäutiger Nationalspieler diskriminiert wurde.

Ein Termin für die mündliche Verhandlung vor dem Amtsgericht Tiergarten stehe noch nicht fest. Patrick Owomoyela begrüßt das Vorgehen der Berliner Staatsanwaltschaft.

«Es ist für mich noch mal die Bestätigung, dass es richtig war, damals so entschlossen dagegen vorgegangen zu sein. Mit diesem Heft wurde deutlich für eine Nationalmannschaft mit Spielern ohne Migrationshintergrund geworben. Das kann nicht sein. Es ist verletzend, wenn man für eine rechtsradikale Kampagne so plakativ genutzt wird. Mit so einer direkten Attacke war ich bis dahin noch nie konfrontiert. Das war schon erschreckend.» (…) (netzeitung.de)

Ob er bei dem Strafprozeß gegen die NPD Funktionäre als Nebenkläger auftritt, müsse zunächst mit seinem Rechtsanwalt besprechen, wollte sich aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht dazu äußern.

Quellen:

Advertisements

, , , ,

  1. Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: