Ein Olympia-Boykott aus Sicht der Paralympics

Für den Deutschen Behindertensportverband (DSB) und das International Paralympic Committee (IPC) steht ein Boykott der Olympischen Spiele in Peking außer Frage.

Der DBS-Sportdirektor Frank Thomas Hartleb erklärte, daß der Sport nicht als ein politisches Druckmittel diene und ein Boykott der Spiele „würde höchstens die Spieler strafen“. Sowohl der DSB als auch IPC sind sich einig, daß ein Boykott im Behindertensport schwerlich zu verkraften sei.

„Natürlich haben wir in den einzelnen Sportarten auch Welt- und Europameisterschaften, doch letztlich interessiert sich die Öffentlichkeit nur alle zwei Jahre für den Behindertensport: bei den Paralympics im Sommer und Winter“, so Hartleb.

Daher hält der DSB an den im September (06-17.) in Peking geplanten Sommer-Paralympics fest.

Dennoch wird im Dialog mit den teilnehmenden Athleten verstärkt über verschiedene Aktionen in Peking nachgedacht. So überlegt der Radsportler und einer von weltweit elf paralympische Botschafter, Michael Teuber, in Peking ein Armband zu tragen, auf dem Einhaltung der Menschenrecht gefordert wird. Eine solche Aktion wäre innerhalb der Sportstätten wäre laut der Athetenvereinbarung, die jeder Athlet der in Peking an den Start geht mit dem IPC abschließt, untersagt. Die Schwimmerin Kirsten Bruhn, die bei den Olympischen Spielen in Athen vier Medaillen gewann, will ihre Meinung zum aktuellen Geschehen in China in Interviews außerhaln der Wettkämpfe äußern. Das Prinzip der Athletin lautet: Ja zum mündigen Athleten, nein zum Boykott.

„Das Internationale Olympische Komitee (IOC) muss sich fragen lassen, ob es 2001 gewusst hat, was es tat, als es die Spiele in ein Land wie China vergeben hat. Damit haben wir Sportler nichts zu tun.“

Unter den Behindertensportler herrscht Einigung darüber, daß die insgesamt 4000 teilnehmede Athleten bei den Paralympics vor allem ein Ziel verfolgen: Werben für mehr Akzeptanz!

Der 43-jährige Aktivensprecher Rainer Schmidt, der ohne Unterarme und mit einem verkürzten rechten Oberschenkel zur Welt kam, wäre ein Boykott der Olympischen Spiele ein Rückschritt auf dem Weg zum gemeinsamen Ziel.

„Letztes Jahe war ich schon mal in China. Die Leute haben mich angeschaut, als wäre ich ein Außerirdischer.“

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