Thomas Rupprath: „Ich empfinde es als Nachteil, wenn ich nicht den Anzug tragen darf (…)“

Der Streit um den LZR Racer Schwimmanzug des australischen Herstellers Speedo geht in die nächste Runde. Mittlerweile wurden 18 von 19 Weltrekorden in ihm aufgestellt.

Thomas Rupprath, der heute in Manchester als Weltrekordhalter über 50 Meter Rücken an den Start gehen wird, hat mit Speedo einen Sponsorenvertrag und ist damit berechtigt den neuen und umstrittenen LRZ Racer zu tragen. Da der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) jedoch einen Ausrüstervertrag mit dem Hersteller adidas geschlossen hat, hat dieser für seine Starter bei der Kurzbahn-WM in Manchester und bei der Olympiade in Peking festgelegt, daß alle deutschen Schwimmer einheitlich im Adidas Anzug starten müssen.

Rupprath sieht sich durch die Entscheidung des DSV benachteiligt und fordert eine freie Wahl der Wettkampfanzüge für die deutschen Schwimmer.

„Ich empfinde es als Nachteil, wenn ich nicht den Anzug tragen darf, in dem ich mich wohlsten fühle und ja auch die ganze Zeit trainiere. Michael Schumacher musste nach den ganzen Tests im Ferrari auch nicht plötzlich Opel fahren.“

Trotz eines gewissen Verständnisses für die Vertragstreue des DSV, glaubt Thomas Rupprath, daß der Verband sich

„letztlich schneidet er sich ins eigene Fleisch. Mit Schwimmanzügen, mit denen wir nicht zurechtkommen, gibt es vielleicht keine vorderen Plätze in Peking, und das wirft dann ein schlechtes Licht auf den Verband, der ja nach Olympia wieder Verträge mit einem Fernsehsender und einem Ausrüster schließen will.“

Gerade in letzter Zeit mehren sich die Stimmen, die den technologischen Einfluß im Schwimmen wieder vermindert sehen wollen. Ein Verbot des LZR Racers oder eine Annulierung der jüngst geschwommenen Weltrekorde durch die Fédération Internationale de Natation (FINA) hält Rupprath nicht für wahrscheinlich.

„Das glaube ich nicht, die Fina hat ja die Anzüge offiziell zugelassen, und es gibt bislang keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass die Anzüge nicht den Regeln entsprechen. Und alle Weltrekorde, die seit Aufkommen der Ganzkörperanzüge in den vergangenen zehn Jahren aufgestellt wurden, plötzlich zu annullieren, das traut sich keiner.“

Was ist tatsächlich dran am neuen „Wunderanzug“? Ist er tatsächlich so revolutionär angefertigt? Ist es nur eine geniale Marketingkampagne von Speedo?

Örjan Madsen – Cheftrainer der deutschen Schwimm-Mannschaft – glaubt, daß der neue Anzug nur begrenzt mit der Weltrekordflut zusammenhängt. Vielmehr spielen Professionalisierung, die Zulassung von neuen Wende- und Tauchtechniken und die wellenbrechenden Leinen eine große Rolle. Allerdings weiß er auch, daß es durchaus schwierig sein wird, die Schwimmer, die ständig nur von neuen Speedo-Weltrekordler lesen, die sich „wie eine Rakete“ fühlen, vom Gegenteil zu überzeugen.

Quellen:

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  1. Streit um LZR Racer geht vor Gericht « SPORTRECHT
  2. Protestaktion der deutschen Schwimmer bei der Kurzbahn-EM « SPORTRECHT

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