Es droht das Aus für die Olympischen Spiele

Wegen wiederholten Verstoßes gegen die Meldeauflagen der Nationalen Anti-Doping Agentur (NADA) hat das unabhängige Sportgericht des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) gegenüber den beiden Mountainbike-Profis Lado und Manuel Fumic eine öffentliche Verwarnung ausgesprochen und eine dreimonatige Sperre verhängt. Sollten die Sperren rechtskräftig werden, wäre die angestrebte Olympiateilnahme nicht mehr möglich. Athleten, die in dem Zeitraum vom 01. September 2004 bis unmittelbar vor Beginn der olympischen Wettkämpfe gegen Anti-Doping-Bestimmung oder gegen ihre Meldepflichten verstoßen, können grundsätzlich nach den neuen Nominierungsrichtlinien des DOSB nicht mehr benannt werden.

Nachdem die beiden Brüder im vierten Quartal 2007 erstmalig gegen die Richtlinien der NADA verstoßen hatten, hat das Sportgericht des BDR eine öffentliche Verwarnung ausgesprochen.

Am 01.07.2007 trat die „Missed Test Policy“ in Kraft. Damit verbunden wurde bei der NADA auch der Nationale Testpool eingeführt. Die Mitglieder des Nationalen Testpools sind verpflichtet, vierteljährlich im Voraus die voraussichtlichen Aufenthaltsorte und -zeiten (sog. „Whereabouts“) gegenüber der NADA mitzuteilen. Seit dem 01.01.2008 hat die Abgabe der „Whereabouts“ ausschließlich über das eingeführte Meldesystem „ADAMS“ zu erfolgen (Punkt 4 Missed Test Policy). Eine Nichtabgabe der „Whereabouts“ wird als Meldepflichtverstoß gewertet und ist entsprechend zu sanktionieren (Punkt 2 Missed Test Policy in Verbindung mit Art 2.4 und Art. 6 NADA-Code).

Auch im ersten Quartal 2008 erfolgten die Abgaben der Brüder nicht ordnungsgemäß. Aufgrund dessen verhängte das BDR-Bundessportgericht wegen eines zweiten Meldepflichtverstosses eine dreimonatige Sperre als Sanktion. Dies ist im NADA-Code so vorgesehen. Gegen die Beschlüsse können die Mountainbike-Profis beim unabhängigen Bundesrechtsausschuß innerhalb von 14 Tagen Berufung einlegen.

Wie die betroffenen Sportler ankündigten, werden sie – zur Not auch vor einem ordentlichen Gericht – gegen die Beschlüsse vorgehen.

„Dieses Berufsverbot werden wir nicht akzeptieren. Wir haben nicht gedopt, wir haben nicht betrogen, wir haben nur ein NADA-Formular nicht ausgefüllt, stattdessen in anderer Form unsere feststehenden Termine dem Verband mitgeteilt, bei dem wir die Lizenz beantragt haben. Mit der NADA habe ich kein direktes Abkommen getroffen“, so Lado Fumic.

Der 31-jährige wehrt sich schon seit längerer Zeit gegen das Kontrollsystem des Antidopingkampfes. Durch die ständige Überwachung und der Behandlung „wie ein Schwerverbrecher“ sieht er sich in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt. (siehe hierzu Interview der Stuttgarter Zeitung vom 15.11.2007 „Wir werden behandelt wie Schwerverbrecher“)

Der Rechtsanwalt der Fumic-Brüder, Markus Höss, wird nach Angaben der Stuttgarter Zeitung -neben der Berufung gegen die Beschlüsse beim Bundesrechtsausschuß des BDR- heute beim Landgericht Frankfurt einen Antrag auf einstweilige Verfügung einreichen. Ein Start der Mountainbike-Profis am Wochenende bei dem Weltcup in Houffalize (Belgien) wird zunächst möglich sein. Die beiden Brüder sind bereit, den Streit „bis zum Ende auszufechten“. Markus Höss zufolge wollen sie gerichtlich nicht allein gegen die Sperre vorgehen, sondern auch grundsätzliche Fragen klären lassen.

Der Fall der Fumic-Brüder ist in Deutschland bislang einzigartig. Peter Barth, dem Vorsitzendem des BDR-Bundessportgerichts in Frankfurt, zufolge liegen derzeitig mehrere Fälle von versäumten Meldefristen verschiedener Athleten vor, jedoch aus anderen Gründen.

Quellen:

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  1. Fumic Brüder: “Kein Doping-Vergehen…” « SPORTRECHT
  2. BDR: Beschluss gegen Fumic-Brüder aufgehoben « SPORTRECHT

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