SPD kritisiert Deutschen Eishockey-Bund

Die SPD-Bundestagsfraktion kritisierte den Deutschen Eishockey-Bund e.V. (DEB) wegen der verhängten Sanktionen gegenüber Florian Busch.

Es folgt die schriftliche Erklärung der sportpolitischen Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Dagmar Freitag vom 17.04.2008 im Wortlaut:

Zum Entschluss des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), den Profi Florian Busch nach einem verweigerten Dopingtest nur öffentlich zu verwarnen, erklärt die sportpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Dagmar Freitag:

Wozu beschließt der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) im November 2006 einen „Anti-Doping-Aktionsplan“, wenn sich die Mitgliedsverbände nicht daran halten? Obwohl der besagte Aktionsplan im Dezember 2006 von der DOSB-Mitgliederversammlung in Weimar ohne Gegenstimme angenommen wurde, scheint sich der Deutsche Eishockey-Bund dem Regelwerk nicht verpflichtet zu fühlen. Existiert die „Null-Toleranz-Politik“ doch nur auf dem Papier? Florian Busch, Eishockeynationalspieler und Profi bei den Berliner Eisbären, hat einen Dopingtest verweigert – und nicht etwa verpasst. Hier liegt nämlich der Unterschied: Ein verpasster Dopingtest kann eine Verwarnung nach sich ziehen – ein verweigerter Test kann keinesfalls nachgeholt werden, bleibt ein verweigerter Test und muss eine Sperre nach sich ziehen.

Nach allem was man weiß, hat der DEB die „Notbremse“ ziehen wollen und seinen Athleten fünf Stunden später ans Röhrchen gebeten. Athlet und Verband – Hand in Hand?

Jeder, der sich mit der Wirkung von Dopingmitteln nur ein wenig auskennt, weiß, dass beim Abbau von verbotenen Substanzen fünf Stunden „die Rettung sein können“.

Wo kommen wir hin in der Dopingbekämpfung in Deutschland, wenn sich andere Verbände das Verhalten des DEB zum Vorbild nehmen? Mit „Null Toleranz“ gegenüber Doping hat das nichts aber auch gar nichts zu tun.

Die Verweigerung einer Dopingprobe ist ein klarer Verstoß gegen das Regelwerk der Nationalen Anti Doping Agentur und muss entsprechend der Regularien mit einer Sperre bestraft werden.

Dieser Vorfall zeigt einmal mehr, wie wichtig es für einen glaubwürdigen Anti-Doping-Kampf ist, dass sich die Spitzenverbände dem unabhängigen nationalen Schiedsgericht unterwerfen – dann sind die Zeiten vorbei, in denen das eigene interne Süppchen gekocht werden kann.

Quelle: Pressemitteilung vom 17.04.2008 auf spdfraktion.de

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