NADA schaltet WADA, BMI und BVA ein

Die Nationale Anti-Doping Agentur (NADA) hat heute in einer Erklärung bekannt gegeben, daß sie sowohl die World Anti-Doping Agency (WADA), das Bundesinnenministerium und das Bundesverwaltungsamt darüber in Kenntnis gesetzt hat, daß die Sanktionierung des Deutschen Eishockey-Bundes e.V. (DEB) gegen den Eishockeyspieler Florian Busch den Anti-Doping-Regelungen des NADA-Codes nicht entspricht. Die NADA bittet die entsprechenden Stellen darum tätig zu werden.

Im Fall Busch handelt es sich nicht um eine verpasste Kontrolle, sondern um eine Verweigerung einer Kontrolle. Die Verweigerung einer Kontrolle ist nach dem NADA-Code, Artikel 2.3, ein Verstoß gegen die Anti-Doping-Bestimmungen und wird nach Artikel 11.5.1 bzw. 11.3.1 mit einer zweijährigen Sperre sanktioniert. Nach einer Einzelfallprüfung und der Berücksichtigung von besonderen Umständen kann die Sperre nach Artikel 11.3.3 reduziert werden. Die reduzierte Sperre darf aber nicht weniger als die Hälfte der sonst anwendbaren Mindestdauer der Sperre betragen, die Mindeststrafe ist also eine Sperre von einem Jahr.

Eine Verweigerung ist gerade nicht mit einer verpassten Kontrolle unter Verletzung der dem Athleten obliegenden Meldepflichten zu vergleichen. Der Athlet Busch hat jedoch im vorliegenden Fall den Test nicht verpasst, sondern ausdrücklich verweigert.

Eine verweigerte Kontrolle kann nicht nachgeholt werden. Jede Vorwarnzeit bietet dem Athleten die Gelegenheit zur Manipulation. Außerdem divergieren Abbauzeiten von Dopingsubstanzen nach Art und Menge der Substanz. Bereits eine um wenige Stunden verlängerte Abbauzeit kann dazu führen, dass die Substanzmenge in einer Urinprobe den durch Laboranalyse nachweisbaren Grenzwert unterschreitet. Die NADA hat deshalb auch die weitere Kontrolle nicht in Auftrag gegeben, da sie für die Bewertung der Kontrollverweigerung nicht relevant ist. Vielmehr hat der DEB die Kontrolle in Auftrag gegeben.

Quelle und vollständige Erklärung der Sprecherin der NADA Ulrike Spitz

Siehe dazu auch:

UPDATE (22. April 2008): Artikel „In dieser Form noch nicht bekannt“

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  1. #1 von legaleagle am April 24, 2008 - 8:06 am

    das erinnert mich an Hexenjagd im Mittelalter.

  2. #2 von Natalia Martin am April 24, 2008 - 3:56 pm

    Von Hexenjagd hat die ganze Angelegenheit meiner Ansicht nach reichlich wenig. Da schwingen Begriffe wie Inquisition, massenhafte Verfolgungen, Verschwörungen und dergleichen mit.

    Es ist durchaus nachvollziehbar, dass man auf den ersten Blick dem nun aufgewirbelten Wind um den „Vorfall Busch“ zunächst wenig Verständnis entgegen bringen kann oder will. Es ist die Rede von „Kurzschlussreaktion“, „eskalierender Stresssituation“, von verpasster anstatt verweigerter Dopingkontrolle, von Reue, nachgeholtem Dopingtest und von einem negativen Ergebnis.

    Doch wenn die Sonne aufgeht und man mit einem zweiten klaren Blick hinter die Sturmfront blicken kann, bleibt eine verweigerte Dopingkontrolle und ein Verstoß gegen die Anti-Doping Bestimmungen der Nationalen Anti-Doping Agentur.
    Daran ändert die nachgeholte Probenahme und das nachträgliche negative Ergebnis nichts. Der Sinn und Zweck der unangekündigten Dopingkontrolle wäre ad absurdum geführt, wenn man als Athlet selbst den Zeitpunkt der Kontrolle bestimmen könnte. Nachträgliche Manipulationen könnten nie ausgeschlossen werden.

    Das zuständige Disziplinarorgan des Deutschen Eishockey-Verbandes e.V. (DEB) hat dann im Anschluß an den Vorfall zwar viel Verständnis für den Profisportler, aber weniger für den sauberen Sport und den Anti-Doping Kampf aufgebracht.

  1. WADA wird nicht gegen Florian Busch tätig « SPORTRECHT

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