Urteil in den Niederlanden: Fußballplatz keine rechtsfreie Zone mehr

Der Hoher Rat der Niederlande (Hoge Raad der Nederlanden) – die höchste juristische Instanz in des Landes- bestätigte den Spruch des Amtgerichts Den Haag vom 29. Mai 2006, der ein brutales Foul während eines Fußballspiels als schwere vorsätzliche Körperverletzung wertete. Der niederländische Spieler Rachis Bouaouzan war vom Amtsgericht Den Haag wegen vörsätzlicher Körperverletzung zu einer Haftstrafe von sechs Monaten verurteilt worden und zu einer Zahlung von Schmerzensgeld.

Rachis Bouaouzan war beim niederländischen Zweitligaspiel seines damaligen Vereins Sparta Rotterdam gegen die Go Ahead Eagles Deventer seinem Gegenspieler Niels Kokmeijer derart mit gestrecktem Bein eingestiegen, das dieser ein Schien- und Wadenbeinbruch erlitt. Kokmeijer sah sich nach diesem Vorfall und mehreren Operationen gezwungen seiner Karriere ein Ende zu setzen. Bouaouzan war damals vom niederländischen Fußball-Verband zwölf Spiele gesperrt worden.

Um die Fortsetzung seiner Karriere bei Wigan Athletic in England nicht zu gefährden, hatte der niederländische Profi Ende 2007 das angeordnete Schmerzensgeld in Höhe von 100.000 Euro an Kokmeijer gezahlt.

Der Rechtsanwalt von Bouaouzan hatte gegen das Urteil des Amtsgerichts Den Haag mit der Begründung das Foul seines Mandaten sei keine vorsätzliche Körperverletzung gewesen, Einspruch eingelegt.

Das Urteil des niederländischen Obersten Gerichtshofs könnte insoweit richtungsweisend sein, daß Fußball- bzw. Sportplätze nicht mehr allein der Autonomie des Sports überlassen sind. Brutale Fouls können nun -jedenfalls in den Niederlanden- vor den ordentlichen Gerichten wie eine vorsätzliche Körperverletzung behandelt werden und entsprechend sanktioniert werden.

Quellen:

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