Real Madrid ohne Trikotsponsor bei Eintracht Frankfurt?

Eigentlich sollte es „nur“ das letzte Testspiel der Eintracht Frankfurt vor dem Start in die neue Bundesliga-Saison werden. Für das Freundschaftsspiel am 12. August in der Commerzbank-Arena hat man sich keinen geringeren Gegner ausgesucht als den amtierenden spanischen Meister Real Madrid F.C.! Fast alle 51.500 Karten sind bereits ausverkauft; nach Angaben des hessischen Vereins seien nur noch einige VIP-Karten verfügbar.

Ob es dennoch zu einem Auftritt der „Königlichen“ bei dem Freundschaftsspiel in der Commerzbank-Arena kommt, ist derzeit noch unklar. Das hessische Innenministerium will verhindern, daß der spanische Meister mit dem Logo ihres derzeitigen, finanzkräftigen Trikotsponsors Bwin aufläuft.

Das Ministerium hat laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung die Sportrechtsagentur Sportfive – die das Freundschaftsspiel vermittelt hat und auch zu einem nicht unbedeutenden Teil an der Stadionbetreibergesellschaft beteiligt ist – auf die Rechtslage hingewiesen, daß Werbung für private Sportwettenanbieter in Hessen seit dem Beschluss des hessischen Verwaltungsgerichtshofs vom 29.10.2007 untersagt sei. Sportfive will sich nun um eine einvernehmliche Lösung bemühen. Es erscheint aber unwahrscheinlich, daß die „Königlichen“ ohne Trikotsponsor auflaufen werden. Welche Konsequenzen eine mögliche Absage des geplanten Freundschaftsspiels nach sich ziehen könnte, ist noch nicht geklärt. Der Frankfurter Ordnungsdezernent Volker Stein (FDP) deutete an, dass dem hessichen Fußballverein bei einer Absage eine nicht unerhebliche Konventionalstrafe drohen könnte.

Im vergangenen Juli 2007 stellte sich bei dem Freundschaftsspiel Hannover 96 und Real Madrid eine ähnliche Rechtslage dar. Auch damals kündigte das sächsiche Innenministerium zwar formal an, daß die Fußballpartie nicht stattfinden könne, „duldete“ jedoch faktisch das Auflaufen der spanischen Gäste mit dem Schriftzug von Bwin auf ihrer Brust.

Das Verbot privater Glücksspielanbieter, welches in Hessen und weiteren Bundesländer gilt, hat in der Vergangenheit auch die Bundesligavereine VfB Stuttgart und SV Werder Bremen betroffen, deren Trikotsponsor ebenfalls Bwin war. Allerdings wirft der im vergangenen Dezember durch 15 Bundesländer gebilligte Staatsvertrag europarechtliche Bedenken auf. Verschiedene Verwaltungsgerichte, wie z.B. das VG Stuttgart, haben den Europäischen Gerichtshof angerufen und um Klärung der Vereinbarkeit des Sportwettenmonopols mit dem Gemeinschaftsrecht ersucht.

Quellen und weitere Informationen:

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