NADA fordert von WADA Transparenz

Bei den Olympischen Spielen in Peking gab es 4770 Doping-Tests. 15 positive Doping-Fälle wurden dabei aufgedeckt, neun davon bei Athleten und sechs bei Pferden. 30 Doping-Sünder wurden bereits im Vorfeld der Olympiade durch die jeweiligen Fachverbände und die World Anti-Doping Agency (WADA) aussortiert. Doch was passiert nun mit den in China genommenen Proben?

Zu den Fragen, wie mit den Proben, die acht Jahre eingelagert werden, verfahren werden soll, und wer in dieser Zeit entscheidet, welche Proben wann und wo nachuntersucht werden, haben sich bislang weder die WADA noch das International Olympic Committee (IOC) verbindlich geäußert. Angedeutet wurde nur, daß die Proben in China verbleiben sollen.

Der Vorstand der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) verabschiedete daher ein Positionspapier zur Olympia-Nachlese, in dem die WADA aufgefordert wird, darüber aufzuklären, was mit den Doping-Proben, die im Auftrag des IOC genommen wurden, passiert. Armin Baumert, Vorstands-Vorsitzender der NADA: „Wir fordern Transparenz“.

Dieses Positionspapier wird Dr. Peter Danckert, Vorsitzender des Bundestags-Sportausschusses und Mitglied des Kuratoriums der NADA, am 23. Oktober in Sydney dem WADA-Präsidenten, John Fahey überreichen.

Die deutschen Athleten, die zu den Sommerspielen nach Peking reisten, wurden dem strengsten Kontrollprogramm der bisherigen Geschichte Olympias unterzogen. In den letzten sechs Wochen vor den Spielen wurde jeder Sportler mindestens einmal kontrolliert. Dies ist jedoch nicht weltweiter Standard. Armin Baumert zufolge verfügen nur 50 bis 60 Nationen über ein unabhängiges, nationales Kontrollsystem. In Peking nahmen 204 Nationen teil, zwei mehr als bei dem Sommerspielen 2004 in Athen (Quelle: Wikipedia). So wird im Interesse einer Chancengleichheit daher gefordert, daß bei zukünftigen Großveranstaltungen nur noch Athleten an den Start gehen dürfen, die regelmäßig unangekündigt kontrolliert worden sind. Dies sei eine Aufgabe des IOC, so Dr. Danckert. „Es ist die einzige Organisation, die das durchsetzen kann. Wenn das IOC denn will, woran ich aber meine Zweifel habe.“

Bei einem Vortrag auf einer Ärzte-Tagung in Mannheim hatte auch Prof. Dr. Werner Franke das Kontrollsystem anderer Nationen moniert. Usain Bolt, der dieses Jahr in Peking über 100 und 200 Meter sowie mit der jamaikanischen Sprint-Staffel insgesamt dreimal Gold in Weltrekordzeit eroberte, hätte sich unbehelligt auf Olympia vorbereiten können. „Bolt trainiert im Winter im Inneren Brasiliens. Da ist im Umkreis von Hunderten Kilometern noch nie ein Doping-Kontrolleur aufgetaucht“, sagte Prof. Franke.

Nicht nur Dr. Dancker zweifelt an einem ernsthaften Interesse des IOC… Vorbei wären wahrscheinlich die unzähligen und überaus spektakulären Rekorde, die immer noch im Stande sind, soviele zu begeistern.

Quelle:

UPDATE (01.10.2008): „NADA positioniert sich nach Peking“ (nada-bonn.de)

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