Armstrong lehnt nachträgliche Analysen ab

Seit Lance Armstrong, siebenmaliger Tour de France Sieger, im September seine Rückkehr in den professionellen Radsport für die nächste Saison angekündigt hat, reißen die Berichte und Spekulationen um das Thema Comeback nicht mehr ab.

Der Präsident der L’Agence française de lutte contre le dopage (AFLD), Pierre Bordry, offerierte Armstrong, zur Klärung der weiterhin anhaltenden Doping-Verdächtigungen sechs seiner eingelagerten Urinproben von der Tour de France 1999 nachträglich auf Spuren von Erythropoetin (EPO) analysieren zu lassen. In seiner Mitteilung wies die AFLD weiter darauf hin, daß Armstrong aufgrund der Verjährungsfrist keine Konsequenzen wegen Dopingvergehens zu befürchten habe, wenn der EPO-Nachweis positiv ausfallen sollte. (Mitteilung der AFLD vom 01.10.2008)

Im Jahr 2005 waren gegen den bereits zurückgetretenen Radrenn-Profi schwere Doping-Vorwürfe erhoben worden. Die französische Sportzeitung „L’Equipe“ hatte damals dem Tour-Sieger EPO-Doping in sechs Fällen vorgeworfen und sich dabei auf die Auswertung tiefgefrorener Proben von 1999 berufen.

Lance Armstrong hat jedoch eine nachträgliche Analyse der Proben von 1999 abgelehnt mit der Begründung: „2005 haben Untersuchungen ergeben, dass mit den Urinproben aus 1998 und 1999 nicht sachgemäß umgegangen worden ist. Es gibt außerdem nichts, was für 1999 von Bedeutung sein könnte“.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf das taz-Interview mit dem Mediziner Don Catlin unter der Überschrift „Unabhängigkeit ist ein Illusion“ hinweisen. Don Catlin kämpft seit 26 Jahren gegen Doping im Sport und gilt als einer der Väter des Doping-Tests. 1984 gründete er das UCLA Olympic Analytical Laboratory, das erste offzielle Anti-Doping Labor der Vereinigten Staaten, das heute zu eines der weltweit größten Labore zählt. Lance Armstrong hat Catlins Firma „Anti-Doping Research“ mit einem Testprogramm beauftragt. Die Test-Ergebnisse sollen fortlaufend im Internet veröffentlicht werden.

Quellen:

Advertisements

, , , , , , , , , , ,

  1. #1 von quickpete am Oktober 10, 2008 - 5:51 pm

    Ist doch eine absolut nachvollziehbare Reaktion. Dann gehen wir doch gleich her und fangen an alle bisher überprüften Sportler nochmal zu überprüfen. Wenn schon, dann bitte bei allen und nicht nur bei Armstrong!

  2. #2 von Natalia Martin Rivero am Oktober 13, 2008 - 7:41 am

    Es ist Herr Armstrongs gutes Recht, die nachträglichen Untersuchungen der alten Proben von 1999 zu verweigern.
    Allerdings kämpfen nicht alle bereits überprüften Sportler mit einem derartigen Doping-Verdacht und vor allem beabsichtigen auch nicht alle eine Rückkehr in den Radsport, wie es Herr Amstrong derzeit plant.

  3. #3 von quickpete am Oktober 15, 2008 - 11:29 am

    Der gesamte Radsport kämpft mittlerweile mit dem „Doping-Verdacht“! Wobei, wenn Sie mich fragen, hat das mit Verdacht nichts mehr zu tun.
    Wohin aber soll es führen, wenn wir Proben aus dem Jahre 1999 ausgraben? Aberkennen von Titeln en Masse? Damit stellt man doch alles auf den Kopf.
    Bei Armstrong sprechen wir noch dazu von einem Krebspatienten, der noch heute Medikamente bekommt, die kein anderer Radsportler nehmen dürfte. Beinahe jeder Radsportler leidet unter Asthma oder bekommt es zumindest von seinen Ärzten attestiert. Wo ziehen wir die Grenze?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: