Piepoli positiv, Schumacher unter Dopingverdacht

Die ersten Ergebnisse der Nachuntersuchungen der Tour de France-Proben durch die Französiche Anti-Doping Agentur (AFLD) liegen offenbar vor.

Das Nationale Olympische Komitee Italien (CONI) gab gestern offiziell bekannt, daß der italienische Radrennprofi Leonardo Piepoli während der diesjährigen Tour de France zweimal (4. und 15. Juli) positiv auf CERA getestet worden ist. Piepoli sei diesen Freitag zu einer Anhörung geladen. Der Radprofi hatte am 14. Juli die 10. Etappe der Tour de France gewonnen. Das komplette Team Saunier Duval-Scott trat die 12. Tour-Etappe nicht mehr an, nachdem kurz zuvor Riccardo Riccò positiv getestet worden war und Piepoli den CERA-Konsum eingestanden hatte. Wenige Tage später löste der Hauptsponsor Saunier Duval sein Engagement auf.

Auch der deutsche Radsport bleibt vom Nachbeben der Nachuntersuchungen nicht unberührt. Stefan Schumacher vom Team Gerolsteiner soll ebenfall positiv auf die EPO-Variante CERA getestet worden sein. Der deutsche Profi hatte während der Tour der France 2008 zwei Mal ein Zeitfahren gewonnen und war zwischenzeitig Träger des gelben Trikots gewesen. Teamchef Hans-Michael Holczer: „Ich habe eine Bestätigung von Christian Prudhomme erhalten, dass Stefan Schumacher positiv auf CERA getestet worden ist“. Daraufhin habe er den Radrennprofi umgehend suspendiert.

Bereits am frühen Abend hatte die Online-Ausgabe der französichen Sportzeitschrift „L´Équipe“  über die positiven Befunde bei Piepoli und Schumacher berichtet. (hier)

Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) plant die Einleitung eines Verfahrens gegen Schumacher. BDR-Präsident Rudolf Scharping erklärte gegenüber der Deutschen Presseagentur dpa.: „Das Präsidium wird heute einen vorsorglichen Beschluss per Telefon herbeiführen, um das Verfahren sofort einleiten zu können, sobald die Unterlagen da sind“. Neben der „höchstmöglichen Sperre“ (Rudolf Scharping) von zwei Jahren soll auch eine Geldstrafe und Schadensersatzforderung geprüft werden. Schumacher wird von Rechtsanwalt Michael Lehner vertreten.

Die Nationale Anti-Doping Agentur Deutschland (NADA) hat von der AFLD einen entsprechenden Bericht über die Nachuntersuchungen erhalten. Äußerungen zu Vorgängen oder Personen seien aber noch nicht möglich, so Ulrike Spitz (Leitung Kommunikation) gegenüber der dpa.

Quellen:

UPDATE (07.10.2008 13:00 Uhr): Aufgrund der sich ständig aktualisierenden Nachrichten zum Thema „Doping bei Tour de France 2008“, verweise ich für weitere Informationen und Links auf dem SPORTRECHT live-ticker.

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