Matthias Lanzinger klagt gegen FIS auf Schadensersatz

Der österreichische Skirennläufer Matthias Lanzinger wird gegen die Fédération Internationale de Ski (FIS) auf Schadensersatz klagen. Der Sportler war im vergangenen März beim Ski Alpin Weltcup (Super-G) im norwegischen Kvitfjell schwer gestürzt und hatte dabei einen offenen Unterschenkelbruch mit schweren Gefäßverletzungen erlitten. Zwei Tage nach dem Unfall wurde ihm der linke Unterschenkel amputiert.

Wie sein Rechtsanwalt Manfred Ainedter mitteilte, soll die Basis der Forderungen ein Gutachten des Münchener Gefäßchirurgen Bernd Steckmeier sein. Bemängelt werden in dem Gutachten nicht nur eine „unvertretbare Verzögerung beim Transport Lanzingers ins Krankenhaus, sondern auch mangelhafte chirurgische Versorgung im Osloer Spital“.

Ob der lokale Veranstalter des Weltcuprennens oder der Internationale Ski Verband die Verantwortung für die angezeigten Fehler übernehmen müßte, ist noch zu klären.

Lanziger war zunächst in das das Spital in Lillehammer gebracht wurde. Dieses war offenbar nicht in der Lage die Gefäßverletzungen zu behandeln. Dadurch sei es zu einem Zeitverlust gekommen, die einen Erhalt des Unterschenkels „entscheidend verschlechtert“ habe. Nach Informationen der österreichischen Nachrichtenagentur APA sollen dem Gutachten zufolge die ersten chirurgischen Eingriffe in Oslo nicht fachgerecht erfolgts sein.

Die Athleten, die eine Eintragung in den Internationalen Ski Verband (FIS) begehren (Lizenz), müssen eine sog. „Athletenerklärung“ unterzeichnen, in der sie u.a. neben einer Anerkennung der Risiken auch einen Haftungsverzicht erklären. Darin heißt es:

4. HAFTUNGSVERZICHT
Soweit es das anwendbare Recht erlaubt, verzichte ich gegenüber der FIS, meinem nationalen Skiverband und dem Organisator sowie deren Mitgliedern, Direktoren, Funktionären, Freiwilligen, Lieferanten und Agenten auf alle Ansprüche aus Verlust, Verletzung oder sonstigem Schaden aus meiner Teilnahme an den von der FIS genehmigten Wettbewerben oder Trainings.

Nach Ansicht des Rechtsanwalts Ainedter wäre es aber nicht ausreichend, wenn sich die FIS auf den lokalen Veranstalter verläßt. Vielmehr hätte sie die Sicherheitsvorkehrungen und die ausreichende Versorgung vor Ort eingehend überprüfen und die Einhaltung der Bestimmungen im FIS Medical Guide kontrollieren müssen.

Quelle: kleinezeitung.at

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