Tor trotz Spielunterbrechung

Daß eine Entscheidung des Schiedsrichters – unabhängig ob richtig oder falsch – eine Tatsachenentscheidung ist und im Nachhinein nicht anfechtbar ist, mußte der Landesligist ASC Simbach am Inn auf schmerzhafte Weise erfahren.

So berichtet der ASC Simbach auf der offziellen Homepage über folgende Spielsituation:

Ecken oder auch Freistöße, sogenannte Standards also, da ist Andre Puscher vom SC Eltersdorf besonders gefährlich, ein Spezialist eben – er hat einen rechten Fuß, in dem Gefühl steckt. (…) Natürlich wird es ebenfalls brenzlig, wenn der Regisseur im und am „Sechzehner“ genügend Raum und Zeit für seine Zauber-Schüsse hat. Wie in der 55. Minute beim ASC Simbach – sein kunstvoller Heber zum 2:0 brachte die endgültige Entscheidung in dieser Partie.

Doch der Treffer hätte nich gegeben werden dürfen! Als sich Andre Puscher nämlich an der rechten Strafraumecke Torhüter Pascal Trauner ausgeschaut hatte und der Ball auf halbem Weg in Richtung Tor flog, hob der SR-Assistent seine Fahne, weil ein Eltersdorfer Mitspieler offensichtlich im Abseits stand. Referee Andreas Kornblum (TSV Chieming) reagierte und pfiff, der „Goalie“ brach seinen Versuch einzugreifen ab – und erst Bruchteile von Sekunden später landete der geniale Lbb im Linken oberen Kreuzeck. Alles wartete auf einen Freistoß für Simbach, der Unparteiische aber überlegte, entschied wohl auf passiver Abseits und gab das Tor.

Gegen diese Entscheidung legte der ASC Simbach Einspruch beim Sportgericht der Bayernliga ein und berief sich dabei auf Regel 9 der FIFA-Spielregeln. Diese besagt:

Der Ball ist aus dem Spiel, wenn
• (…)
• die Partie vom Schiedsrichter unterbrochen wird.

Der Unparteiische selbst soll in einem Schreiben eingeräum haben, „das Tor hätte nicht zählen dürfen“. Der Passauer Neue Presse zufolge soll es in der Stellungnahme weiter heißen, das Spiel hätte „mit einem Schiedsrichter-Ball fortgesetzt werden müssen.“Mir tut es leid, dass ich zu diesem Zeitpunkt die Sachlage falsch eingeschätzt habe“.

Dennoch hat das Sportgericht den Einspruch des Vereins mit der Begründung abgelehnt, daß es sich bei der Entscheidung des Unparteiischen um eine Tatsachenentscheidung handele. So erklärte der Vorsitzende des zuständigen Sportgerichts der Bayernliga, Heinz Ferber, daß die Entscheidung, das Tor zu geben falsch gewesen sei, aber wenn der Schiedsrichter einmal auf Tor erkannt habe, sei dies unwiderruflich (siehe auch Regel 5 der FIFA-Spielregeln). Weiter: „Ich gebe zu, das ist für den Normalverbraucher schwer nachvollziehbar. Ich bin selber Schiedsrichter und war zu Beginn unserer Untersuchung der Meinung, dass das Urteil anders ausgeht.“

Der ASC Simbach hat nun zwei Wochen Zeit, um beim Verbands-Sportgericht gegen das Urteil des Sportgerichts Berufung einzulegen.

Quellen und weitere Informationen:

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