Protestaktion der deutschen Schwimmer bei der Kurzbahn-EM

Die Diskussion im Schwimmsport um den umstrittenen „Wunder“- Wettkampfzug und die damit auch einhergehende Forderung der deutschen Schwimmer nach einer freien Wahl der Anzüge nahm gestern bei dem Finale über 50 m Rücken der Kurzbahn-EM in  Rijeka (Kroatien) eine neue Ausdrucksform an. So starteten Thomas Rupprath und Helge Meeuw aus Protest mit knappen und altmodischen Badehosen ins Finale. Medaillen blieben aus.

Wie die Deutsche Presse Agenur (dpa) bereits am Freitag mitteilte, will der Europameister Paul Biedermann nicht weiter das vorgegebene Material des Ausrüsters des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) akzeptieren. „Ich werde die WM in Rom nicht in adidas schwimmen, das steht für mich fest“. Als Begründung für seine Entscheidung gab der Athlet an, um seine Konkurrenzfähigkeit zu fürchten.

Durch Vertrag sind alle Schwimmer bei EM, WM oder olympischen Spiele an den offiziellen Ausrüster gebunden. Daher verwies DSV-Sportdirektor Lutz Buschkow auf den bis Ende 2009 laufenden Vertrag und betonte: „Der DSV hält sich daran. Wir sind zuverlässige Vertragspartner.“ Mögliche Sanktionen gegen Rupprath oder Meeuw kommenierte der Sportdirektor süffisant mit: „Sie haben ja nichts Verbotenes getan. Sie sind ja in Anzügen von adidas geschwommen.“

Die Anzugsdebatte war bereits vor den Olympischen Sommerspielen in Peking diskutiert worden, als mehrere deutsche Athleten angesichts der Weltrekordflut eine freie Anzugwahl gefordert hatten. Auch damals bekannte sich der DSV geschlossen zu seinem aktuellen Ausrüter adidas. (mehr hier und hier)

Der Ausrüstervertrag zwischen dem DSV und adidas bringt nach Schätzungen etwa eine Million Euro jährlich an Sach- und Geldwerten ein.Die derzeitig laufenden Verhandlungen dürften sich angesichts der jüngsten Kritik nicht einfach gestalten. Die Schwimmer haben sich bereit erklärt den zu erwarteten Verlust des Verbandes bei einer freien Wahl der Wettkampfanzüge mitzutragen. So sagt Biedermann: „Wir sind bereit, Trainingslager und Wettkämpfe selber zu zahlen“. Seine Europarekorde schwamm Biedermann im Anzug eines anderen Ausrüsters.

Quellen:

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  1. adidas kündigt Ausrüstervertrag mit DSV fristlos « SPORTRECHT

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