Verstößt der neue WADA-Code gegen europäisches Recht?

Der neue Code der World Anti-Doping Agency (WADA), der ab dem 01.01.2009 in Kraft getreten ist, bietet eine höhere Flexibilität in Bezug auf Strafen, verschärft aber auch die Meldepflichten für Top-Athleten/innen. Hier in Deutschland werden die Vorgaben der WADA im neuen Code der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) umgesetzt. Der überarbeitete Nada-Code ist ebenfalls am 01.01.2009 in Kraft getreten.

Die Vereinigung European Elite Athletes Association (EU-Athletes) begrüßt insbesondere die Flexibiltät des überarbeiteten Regelwerks und die Schwerpunktsetzung auf Bildung, vertritt aber auch die Ansicht, daß der Code aus datenschutz- sowie arbeitsrechtlichen Aspekten gegen geltendes EU-Recht verstoßen könnte. Daher hat Emine Bozkurt (MEP) am 09. Dezember 2008 schriftlich Parlamentarische Anfragen an die Europäische Kommision (E-6778/08) und den Rat (P-6762/08) eingereicht. Damit soll geklärt werden, ob bestimmte Aspekte des neuen WADA-Codes im Einklang mit europäischem Recht stehen. So soll insbesondere auch folgendes geklärt werden:

2. Stehen die in den Code aufgenommenen Textteile betreffend Wahrung der Privatsphäre und Datenschutz im Einklang mit europäischem Recht? (…)

4. Inwieweit stehen die Vorschriften, die Sportler verpflichten, während 365 Tagen des Jahres zu jeder Tages- und Nachtzeit für Kontrollen zur Verfügung zu stehen, nach Ansicht des Rates in angemessenem Verhältnis zum Recht der einzelnen Sportler auf Privatsphäre? Inwiefern stehen sie im Widerspruch zu Gemeinschaftsrechtsvorschriften über Arbeitszeiten? (…)

„So wie alle anderen, sind profesionelle Sportler durch das europäische Arbeitsrecht und die Menschenrechte geschützt. Es gibt keinen Zweifel daran, daß bestimmte Aspekte des WADA-Codes in Spielerrechte eingreifen und wir haben die Europäische Kommission gefragt, ob dies rechtmäßig ist. Wir sind dem drogenfreien Sport verpflichtet und wir haben mehrmals dazu aufgerufen mit Spieler-Vereinigungen zu verhandeln, um eine faire und effektive Anti-Doping Politik zu schaffen“, so Yves Kummer, Präsident der EU-Athletes.

Quellen:

Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

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