Amateur-Radsportler will auspacken und belastet BDR

Was Doping-Experten bereits seit geraumer Zeit vermuteten, könnte sich nun bestätigt haben: auch im Amateur-Radsport greift man zu leistungssteigernden Mitteln.

Anlaß für diese Vermutung gab ein kurzer Beitrag der ARD-Sportschau vom Sonntag (Mittschnitt: hier). Der vollständige Beitrag („Der dritte Kronzeuge“) wird heute abend (22.45 Uhr) in der WDR-Sendung „Sport Inside“ zu sehen sein. Dort soll Philip Schulz schildern, daß auch im Amateur-Radsport „quasi schon die komplette Palette“ zur Verfügung stehe.

Schulz war  bei den Landesmeisterschaften in Rheinland-Pfalz positiv auf das Amphetamin Boldenon getestet worden und im November 2008 für zwei Jahre gesperrt worden. Mit seiner Aussage über Doping-Praktiken in der Amateurszene erhofft er sich, die Zweijahressperre zu verkürzen. Der Rechtswanwalt von Schulz, Marius Breucker, teilte am Montag mit:

„Wir haben Revision beim BDR-Bundesrechtsausschuss eingelegt. (…) „Wir hoffen, dass er in den Genuss der Kronzeugenregelung kommt.»

„Sport Inside“ zufolge, soll Schulz in einer Strafanzeige beim Bundeskriminalamt auch behaupten, daß ein Mitarbeiter der BDR-Geschäftsstelle einem auf  hcG positiv getesteten Sportler empfohlen habe, sich ein Befund über Hodenkrebs zu besorgen, um auf diese Weise den erhöhten Testosteron Wert zu erklären und damit einer Sanktionierung wegen Dopings zu entgehen.

Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) weist in einer Pressemitteilung vom 09.02.2008 die Vorwürfe jedoch zurück und prüft rechtliche Schritte gegen Philip Schulz.

(…) Allerdings sind die Beschuldigungen von Philip Schulz gegen Mitarbeiter der BDR-Geschäftsstelle, einem positiv getesteten Radsportler empfohlen zu haben, sich ein Attest auf Hodenkrebs zu besorgen, um so einer Dopingstrafe zu entgehen, falsch. Rechtliche Schritte gegen Schulz in diesem Zusammenhang werden geprüft.

(…) Das Hormon hCG regt im Körper die Testosteronbildung an. Ein erhöhter Wert kann ein Indiz für Dopingmissbrauch sein, ist aber auch ein Indikator für eine mögliche tumorartige Hodenerkrankung. Der Bund Deutscher Radfahrer hält sich an alle nationalen und internationalen Bestimmungen der Anti-Dopingrichtlinien. Entsprechend diesen Bestimmungen wurden der betreffende Sportler und die Nationale Anti-Dopingagentur (NADA) informiert.

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Quellen:


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  1. BDR erstattet Strafanzeige « SportRecht

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