Archiv für die Kategorie Olympische Spiele in Beijing

Olympische Spiele in Peking: weitere drei Dopingfälle

Die Exekutive des International Olympic Committees (IOC) gab am Donnerstag in Lausanne bekannt, daß die weißrussichen Hammerwerfer Wadim Dewjatowski (31) und Iwan Tichon (32) wegen Verstöße gegen die Anti-Doping-Regeln disqualifiziert wurden. Ihre erzielten Ergebnisse werden annuliert und sie müssen ihre Olympia-Medaillen von Peking zurückgeben. Zudem wurde Wadim Dewjatowski lebenslang von allen zukünftigen olympischen Spielen ausgeschlossen, da er bereits ein zweites Mal gegen die Anti-Dopin-Regeln verstoße.

Nach dem Finale im Hammerwerfen am 17. August waren sowohl Dewjatowski (Silbermedaille) als auch Tichon (Bronzemedaille) positiv auf Testosteron getestet worden.

Weiter forderte das IOC den Leichtathletik-Weltverband IAAF auf, die Ergebnisse der XXIX. Sommerspiele in Peking entsprechend anzupassen und weiterführende Sanktionen gegen die beiden Athleten zu verhängen.

Auch Rennkanute (K2, 1000 Meter Männer) Adam Seroczynski aus Polen, der den vierten Platz holte, wurde wegen Verstöße gegen die Anti-Doping-Regeln disqualifiziert. Seine erzielten Ergebnisse werden ebenfalls annuliert. Er wurde am 22. August positiv auf Clenbuterol getestet.

Quelle und vollständige Entscheidung in englischer Sprache: www.olympic.org

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IOC: 500 Nach-Tests ab Januar

Das International Olympic Committee (IOC) hat in einer Pressemitteilung von heute Nach-Tests von rund 500 Dopingproben angekündigt. Die Proben sind bereits in das von der World Anti-Doping Agency (WADA) akkreditierte Labor in Lausanne zurückgesendet worden.

Die Nach-Tests werden von den akkreditierten Laboren in Lausanne, Paris und Köln durchgeführt. Bei den nachträglichen Analysen konzentriere man sich vor allem die Disziplinen im Radsport, Rudern, Schwimmen und Leichtathletik. Insbesondere soll auf die Substanzen EPO, CERA (ca. 400 Proben) und Insulin (ca. 100 Proben) getestet werden .

Dem IOC zufolge sollen die Analysen im Januar 2009 beginnen. Die ersten Ergebnisse werden voraussichtlich für Ende März 2009  veröffentlicht.

Quelle und weitere Informationen: olympic.org

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TAS/CAS: FN legt Berufung ein

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) hat am Montag beim Court of Arbitration for Sport (CAS) Berufung gegen die Entscheidung des Tribunal der Fédération Equestre Internationale (FEI) vom 22. Oktober 2008 eingelegt.

Das Tribunal der FEI hatte den deutschen Springreiter Christian Ahlmann (Pferd: Cöster) aufgrund eines Verstoßes gegen Medikationsvorschriften (Substanz Capsaicin) während der Olympischen Sommerspiele in Peking mit einer Sperre von vier Monaten ab dem 21. August 2008 belegt.

Nach Ansicht der FN handelt es sich bei Ahlmanns Vergehen um ein Verstoß gegen Doping- und nicht um einen Verstoß gegen Medikationsvorschriften. Die FN begehrt daher eine Sperre von mindestens acht Monaten.

Quelle: Pressemitteilung vom 18.11. 2008 (tas-cas.com)

Weitere Informationen: focus.de

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Podcast Tipp: „Politikfreier Raum Olympia“

Am Sonntag (23.30 Uhr) widmete sich die Sendung „Sportgespräch“ im Deutschlandfunk dem Thema „Politikfreier Raum Olympia“.

Das Gespräch enthielt einen Mitschnitt einer Podiumsdiskussion vom 2. Leipziger Sportrechtstag (mehr dazu hier).

Als Gesprächsteilnehmer nahmen Prof. Dr. Gunter Gebauer (Professor der Philosophie an der FU Berlin), Winfried Hermann (Sportpolitischer Sprecher von Bündnis 90/ Die Grünen im Deutschen Bundestag), Professor Dr. Rudhard Klaus Müller (Mediziner und Vorstandsmitglied der Nationalen Anti Doping Agentur NADA Medizin/Analytik) und PD Dr. Martin Nolte (Vorstandsmitglied NADA Recht und Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht an der Privaten Hanseuniversität Rostock-Warnemünde) und Jens Weinreich (freier Journalist und Buchautor) teil.

Weitere Informationen zur Sendung sowie den Podcast zum download finden Sie hier.

Quelle: dradio.de

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Fall Ahlmann: „FN geht in die Berufung“

Nachdem das Tribunal der Fédération Equestre Internationale (FEI) den deutschen Springreiter Christian Ahlmann mit der Entscheidung vom 22. Oktober 2008 für vier Monate gesperrt hat (hier), gab die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) am Donnerstag bekannt, dagegen vor dem Court of Arbitration for Sports (CAS) Rechtsmittel einzulegen.

„Vier Monate Sperre sind milde“, sagte der Generalsekretär der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), Dr. Hanfried Haring, nach Prüfung der Urteilsbegründung. „Das Strafmaß ist vor allem im Vergleich zu den Bestimmungen des WADA-Codes, der den FEI-Regelungen insbesondere im Strafmaß als Vorbild dienen sollte, nicht ausreichend“, so Haring weiter. Die FN wird daher weitere Schritte einleiten:

Die FN wird beim Court of Arbitration for Sport (CAS), dem Weltsportschiedsgericht, gegen das Urteil Berufung einlegen, da der Dopingvorwurf durch die Begründung des FEI-Tribunals für die FN nicht ausgeräumt ist. Das CAS-Urteil wird von der FN anerkannt.

Die FN wird den Springreiter für die kommenden zwei Jahre nicht mehr in einer deutschen Mannschaft aufstellen. Dies gilt für Nationenpreise, wie auch für Welt- und Europameisterschaften.

Desweiteren bleibt Ahlmann aus dem Bundeskader ausgeschlossen.

Die FN wird ferner in Zusammenarbeit mit den Turnierveranstaltern nach Wegen suchen, die Ergebnisse der Verbandsgerichtsbarkeit effektiv umzusetzen, ohne durch juristische Maßnahmen daran gehindert zu werden. „Veranstalter und Verband werden in enger Zusammenarbeit den juristisch vorgegebenen Handlungsspielraum ausschöpfen“, erklärte Haring. „Gleichzeitig werden wir die FEI-Generalversammlung im November nutzen, um die Umsetzung der in Deutschland bereits angelaufenen Maßnahmen zur Dopingprävention und -bekämpfung auch auf internationaler Ebene soweit wie möglich durchzusetzen.“

Das Tribunal der FEI hatte die im Wettkampf verbotene Substanz Capsaicin, auf die Ahlmanns Pferd Cöster positiv getestet worden war, als „Medikation der Klasse A“ und nicht als Doping-Mittel eingestuft. Daher fiel die Sanktion geringer aus, als bei einem Verstoß gegen die Anti-Doping Bestimmungen. Die Substanz kann als schmerzlinderndes Mittel und auch zur Hypersensibilisierung eingesetzt werden und ist sowohl auf der „Equine Prohibited List“ in der Klasse „Medication A“ als auch auf der Doping-Liste zu finden.

Quelle: pferd-aktuell.de

Weitere Informationen zum Fall Ahlmann: zdf.de

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FEI: Ahlmann vier Monate gesperrt

Das Sportgericht der Fédération Equestre Internationale (FEI) hat den Olympiateilnehmer Christian Ahlmann  für vier Monate (120 Tage) gesperrt. Die Zeit der vorläufigen Sperre (Zeitpunkt: 21.08.2008) wird auf die Sperre angerechnet und endet am 18. Dezember 2008. Sowohl Reiter als auch Pferd werden von den gesamten Olympischen Spielen disqualifiziert.

Dies gab die FEI gestern in einer Mitteilung bekannt.

Bei den Olympischen Sommerspielen in Peking war Ahlmanns Pferd Cöster positiv auf Capsaicin getestet worden. (mehr dazu hier)

Die FEI stufte die im Wettkampf verbotene Substanz Capsaicin in diesem Fall als „Medikation der Klasse A“ ein und nicht als Doping-Mittel. Die Sanktion richtet sich nach Art. 146.1 General Regulations (GR) und nach Art. 2.1.1 The Equine Anti-Doping and Medication Control Rules (EADMCR).

Ob Ahlmann innerhalb der dreißigtägigen Frist gegen die Sanktion Rechtsmittel beim Court of Arbitration for Sports (CAS) einlegen wird oder diese akzeptiert ist noch unklar. „Ich muss erst noch in Ruhe die Urteilsbegründung durchlesen“, sagte der 33.-jährige Springreiter.

Quellen:

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Ein Kommentar

NADA fordert von WADA Transparenz

Bei den Olympischen Spielen in Peking gab es 4770 Doping-Tests. 15 positive Doping-Fälle wurden dabei aufgedeckt, neun davon bei Athleten und sechs bei Pferden. 30 Doping-Sünder wurden bereits im Vorfeld der Olympiade durch die jeweiligen Fachverbände und die World Anti-Doping Agency (WADA) aussortiert. Doch was passiert nun mit den in China genommenen Proben?

Zu den Fragen, wie mit den Proben, die acht Jahre eingelagert werden, verfahren werden soll, und wer in dieser Zeit entscheidet, welche Proben wann und wo nachuntersucht werden, haben sich bislang weder die WADA noch das International Olympic Committee (IOC) verbindlich geäußert. Angedeutet wurde nur, daß die Proben in China verbleiben sollen.

Der Vorstand der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) verabschiedete daher ein Positionspapier zur Olympia-Nachlese, in dem die WADA aufgefordert wird, darüber aufzuklären, was mit den Doping-Proben, die im Auftrag des IOC genommen wurden, passiert. Armin Baumert, Vorstands-Vorsitzender der NADA: „Wir fordern Transparenz“.

Dieses Positionspapier wird Dr. Peter Danckert, Vorsitzender des Bundestags-Sportausschusses und Mitglied des Kuratoriums der NADA, am 23. Oktober in Sydney dem WADA-Präsidenten, John Fahey überreichen.

Die deutschen Athleten, die zu den Sommerspielen nach Peking reisten, wurden dem strengsten Kontrollprogramm der bisherigen Geschichte Olympias unterzogen. In den letzten sechs Wochen vor den Spielen wurde jeder Sportler mindestens einmal kontrolliert. Dies ist jedoch nicht weltweiter Standard. Armin Baumert zufolge verfügen nur 50 bis 60 Nationen über ein unabhängiges, nationales Kontrollsystem. In Peking nahmen 204 Nationen teil, zwei mehr als bei dem Sommerspielen 2004 in Athen (Quelle: Wikipedia). So wird im Interesse einer Chancengleichheit daher gefordert, daß bei zukünftigen Großveranstaltungen nur noch Athleten an den Start gehen dürfen, die regelmäßig unangekündigt kontrolliert worden sind. Dies sei eine Aufgabe des IOC, so Dr. Danckert. „Es ist die einzige Organisation, die das durchsetzen kann. Wenn das IOC denn will, woran ich aber meine Zweifel habe.“

Bei einem Vortrag auf einer Ärzte-Tagung in Mannheim hatte auch Prof. Dr. Werner Franke das Kontrollsystem anderer Nationen moniert. Usain Bolt, der dieses Jahr in Peking über 100 und 200 Meter sowie mit der jamaikanischen Sprint-Staffel insgesamt dreimal Gold in Weltrekordzeit eroberte, hätte sich unbehelligt auf Olympia vorbereiten können. „Bolt trainiert im Winter im Inneren Brasiliens. Da ist im Umkreis von Hunderten Kilometern noch nie ein Doping-Kontrolleur aufgetaucht“, sagte Prof. Franke.

Nicht nur Dr. Dancker zweifelt an einem ernsthaften Interesse des IOC… Vorbei wären wahrscheinlich die unzähligen und überaus spektakulären Rekorde, die immer noch im Stande sind, soviele zu begeistern.

Quelle:

UPDATE (01.10.2008): „NADA positioniert sich nach Peking“ (nada-bonn.de)

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