Archiv für die Kategorie Strafrecht

„Operación Puerto“: Richter erhebt Anklage gegen 8 Beschuldigte

Im Ermittlungsverfahren der bislang größten Doping-Affäre des Radsports, hat der zuständige Richter (Juzgado de Instrucción nº 31 de Madrid) im Fall der „Operación Puerto“ gegen acht Beschuldigte Anklage erhoben.

Medienberichten zufolge handelt es sich dabei um die Ärzte Eufemiano Fuentes, Yolanda Fuentes und Alfredo Córdova, den Hämatologen José Luis Merino Batres, die ehemaligen Teamchefs Manolo Saiz (Liberty), Vicente Belda, Ignacio Labarta (beide Kelme) und Alberto Léon. Ihnen wird ein Verstoß gegen die Volksgesundheit (Art. 361 Código Penal) zur Last gelegt. Sollte es zu einer Verurteilung kommen, würde den Angeklagten höchstens eine zweijährige Haftstrafe drohen. Zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Taten war das Anti-Doping Gesetz in Spanien noch nicht Kraft.

Während der mündlichen Verhandlung können auch Radsportler als Zeugen geladen werden. Den Athleten würden keine strafrechtliche Strafen drohen, jedoch könnte der spanische Radsportverband (Federación Española de Ciclismo), die Union Cycliste Internationale (UCI) und die World Anti-Doping Agency (WADA) Sanktionen aussprechen.

Bereits zwei Mal war „Operación Puerto“ ad acta gelegt worden. Der Fall nach eine überraschende Wende, als ein Gericht in Madrid (Audiencia Provincial de Madrid) am 12. Januar 2009 die Entscheidung des Untersuchungsrichters Antonio Serrano vom September 2008 (mehr hier) aufhob und die Ermittlungen neu aufnahm.

Quellen:

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TV-TIPP: Sport Inside – Wer ist der nächste?

Vor zwei Jahrzenten war Stefano Borgonovo in Italien ein Fußballstar. Heute ist der 44-Jährige unheilbar krank. Er leidet am Lou-Gehrig-Syndrom, einer seltenen Nervenkrankheit, die in zwei bis fünf Jahren zum Tod führt. Borgonovos Körper verfällt bei vollem Bewusstsein. Am Leben gehalten wird er nur noch durch die Pflege seiner Frau und durch Maschinen. Er sitzt im Rollstuhl und kann nicht mehr sprechen. Dennoch hat er eine Stiftung gegründet. Viele seiner ehemaligen Mitspieler haben nun Angst, ebenfalls zu erkranken – eine begründete Angst.

Die Universitätsklinik in Turin hat eine alarmierende Entdeckung gemacht: Übermäßig viele ehemalige Spieler der italienischen Serie A sind am Lou-Gehrig-Syndrom erkrankt und bereits gestorben. Aber warum? Hinweise deuten auf einen Zusammenhang mit Medikamentenmissbrauch und Doping hin. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung. [mehr]

Heute abend in der Sendung Sport Inside (Autor des Beitrags: Vincenzo Dello Donne).

Wann:  Montag, 15. Dezember 2008, 23.00 – 23.30 Uhr; Dienstag, 16. Dezember 2008, 09.20 – 09.50 Uhr (Wdh.)

Wo: WDR

Quelle: www.wdr.de

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ÖRV schließt sich Strafverfahren gegen B. Kohl an

In der heutigen Vorstandssitzung des Österreichischen Radsport-Verbandes wurde beschlossen, sich bereits im Stadium der derzeit laufenden staatsanwaltlichen Erhebungen einem allfälligen gegen Bernhard Kohl einzuleitenden Strafverfahren als Privatbeteiligter anzuschließen.

Diesen Schritt begründet ÖRV-Präsident Otto Flum mit zwei Faktoren: „Wir wollen damit ganz klar dokumentieren, dass wir an jeder Aufklärung von Dopingvergehen aktiv mitarbeiten. Auch aufgrund des Schadens, der dem ÖRV entstanden ist, wollen wir uns einem Strafverfahren anschließen.“

Den zweiten Punkt formuliert der Präsident so: „Wir wollen damit auch der Staatsanwaltschaft die Möglichkeit geben, in dem Fall Kohl aktiv zu werden. Grundvoraussetzung hierfür ist, dass eine Anzeige eingebracht wird. Dies ist unseres Wissens bereits geschehen, wodurch die Mühlen der Justiz zu mahlen beginnen. Nach unserem Empfinden wurden in der Vergangenheit zu viele Fälle nicht ausreichend verfolgt, zu oft wurden Verfahren eingestellt. Mit unserem oben angeführten Aktivitäten hoffen wir auch, an die Hintermänner zu gelangen und befinden uns damit auf einer Linie mit dem neuen Sportministerium.“

Mitteilung des Österreichischen Radsport-Verbandes vom 03.12.2008 im Wortlaut

Quelle: radsportverband.at

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Ehemalige Weltcup-Reiterin wegen Tierquälerei verurteilt

Das Landgericht in Kiel hat heute überraschend das Urteil gegen die wegen Tierquälerei angezeigte ehemalige Weltcup-Reiterin Christine W. gesprochen. Ein Jahr und neun Monate auf Bewährung erhielt die Dressurreiterin, außerdem wurde ein dreijähriges Tierhaltungsverbot ausgesprochen. Ebenso lange ist der 60-Jährigen der berufsmäßige Umgang mit Pferden verboten. Einzige Ausnahme: Handeln darf die Weltcupfinalistin auch weiterhin. Des weiteren muss sie 150 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten. Wie diese genau aussehen sollen, hat das Gericht noch nicht mitgeteilt. Im Anschluss an die Urteilsverkündung akzeptierte die Angeklagte das Urteil, das somit rechtskräftig ist. Am frühen Nachmittag hatte sie die Taten gestanden. [mehr]

Quelle: st-georg.de

Die Stellungnahme der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) zu dem Urteil des LG Kiel finden Sie hier.

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Kreisklasse: Tätlicher Übergriff auf den Unparteiischen

Bei der Kreisklassenpartie zwischen dem TSV Schönau und dem MFC Mannheimer Phönix 02 schlugen mehrere Spieler nach einem Platzverweis auf den Unparteiischen ein. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung (§ 224 StGB).

Nachdem der Schiedsrichter einen TSV-Spieler mit einer roten vom Platz verwiesen hatte, gingen mehrere Spieler auf ihn los. Es soll zu regelrechten „Jagdszenen“ gekommen sein. Ein Sprecher kommetierte anschließend den Einsatz von zwölf Beamtem auf dem Spielfeld: Um Ruhe hereinzubekommen, haben wir eine Polizei-Mannschaft ins Feld geschickt“. Das Spiel in der Kreisklasse A wurde umgehend abgebrochen.

Die Polizei bestätigte am Dienstag, daß der 23-jährige Schiedsrichter bei der Attacke Prellungen und Blutergüsse erlitten habe. Derzeit werde gegen zwei 29 und 33 Jahre alte Spieler des TSV Schönau wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Der Badische Fußballverband e.V. (BFV) zeigte sich über die Vorfälle in Mannheim empört und zog Konsequenzen:

In Abrede mit dem Fußballkreis Mannheim wird der Spielbetrieb der Herren am bevorstehenden Wochenende 31.Oktober/1./2. November von der Kreisliga Mannheim abwärts über die A-, B- und C-Klasse bis zu den Privatmannschaften gänzlich ruhen. Alle Punktespiele an den besagten Tagen wurden abgesetzt und werden zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. „Wir wollen damit allen Aktiven, egal ob Spieler, Trainer, Vereinsfunktionär oder Zuschauer eine Denkpause verschaffen, dass dieser Personenkreis sich eingehend damit auseinandersetzen kann, ob der Fußball in dieser Form weiter auf übelste Art und Weise in den Schmutz gezogen wird“, erklären Ronny Zimmermann und Rolf Beyer unisono, [mehr]

Gerade gestern berichteten die Medien über einen weiteren Angriff eines Fußballspielers auf einen Unparteiischen während der Partie Sotschi 04 und Olympia Wolgograd. Konstantin Kowalenko streckte den Referee mit einem gezielten Faustschlag ins Gesicht nieder. (hier)

Quellen:

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„Gott, Vaterland, Barça“ = 18 Monate Haft

Wenn die Liebe zum Fußball über fast allem steht…

Seine Leidenschaft für den spanischen Fußballclub FC Barcelona ist einem marokkanischen Schüler teuer zu stehen gekommen. Nach Medienberichten vom Freitag sollte der 18-Jährige wie in dem nordafrikanischen Land üblich die Devise „Gott, Vaterland, König“ an die Tafel schreiben. Stattdessen notierte er aber: „Gott, Vaterland, Barça“. Die Leitung der Schule in der Nähe von Marrakesch zeigte den Schüler bei der Polizei an und diese schaltete die Staatsanwaltschaft ein. In einem Eilverfahren sei der Bursche schließlich wegen Majestätsbeleidigung zu 18 Monaten Haft verurteilt worden.

Menschenrechtsgruppen hätten Protestbriefe an das Justizministerium und König Mohammed VI. geschrieben, hieß es weiter. [mehr]

Quelle: kleinezeitung.at

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BGH: Freispruch in der sog. Ticketaffäre

Bundesgerichtshof

Urteil vom 14. Oktober 2008 – 1 StR 260/08

Freispruch des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der EnBW AG vom Vorwurf der Vorteilsgewährung im Ergebnis bestätigt

Mit Urteil vom 28. November 2007 hat das Landgericht Karlsruhe den Angeklagten Prof. Dr. Utz Claassen von den Vorwürfen der Vorteilsgewährung in sieben Fällen freigesprochen.

Im Dezember 2005 hatte der Angeklagte in der Eigenschaft als damaliger Vorstandsvorsitzender der EnBW AG die Versendung von Weihnachtsgrußkarten veranlasst, denen Gutscheine für Eintrittskarten zu Fußballspielen der FIFA-WM 2006 im Stadion von Stuttgart oder Berlin beigefügt waren (sog. Ticketaffäre). Unter den Empfängern waren der Ministerpräsident und fünf Minister des Landes Baden-Württemberg sowie der beamtete Staatssekretär im Bundesumweltministerium.

Das Landgericht hat den Angeklagten aus verschiedenen Gründen freigesprochen. Es hat die Eintrittskarten nicht als – persönliche – Vorteile im Sinne von § 333 Abs. 1 StGB gewertet. Denn sie hätten den Begünstigten nur die Gelegenheit gegeben, ihren Repräsentationspflichten nachzukommen, zumal die Mitglieder der Landesregierung – so die Feststellungen des Landgerichts – ohnehin anderweitig freien Zugang „jedenfalls“ zu den WM-Spielen in Stuttgart hatten. Im Hinblick auf die sechs an die Mitglieder der Landesregierung versandten Gutscheine ist das Landgericht zudem der Auffassung gewesen, die Annahme solcher Eintrittskarten als sog. „Ehrenkarten“ sei von der Regierung mit einem am 31. Mai 2005 im Ministerrat gefassten Beschluss im Sinne von § 333 Abs. 3 StGB allgemein genehmigt gewesen. Schließlich hat sich das Landgericht nicht von der in § 333 Abs. 1 StGB vorausgesetzten sog. Unrechtsvereinbarung zu überzeugen vermocht; es sei nicht nachzuweisen gewesen, dass der Angeklagte die Dienstausübung der begünstigten Amtsträger habe beeinflussen wollen. Vielmehr sprächen gewichtige Umstände dafür, dass der Angeklagte die Versendung der Eintrittskarten im Bewusstsein und auf der Grundlage eines Sponsoring-Konzepts der EnBW zu Werbezwecken veranlasste. [mehr]

Vorinstanzen: Landgericht Karlsruhe – Urteil vom 28. November 2007 – 3 KLs 620 Js 13113/06; Karlsruhe, den 14. Oktober 2008

Quelle: Pressemitteilung Nr. 189/08 vom 14.10.2008

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