Beiträge getaggt mit ARD

Bernhard Kohl über Doping im Radsport

Mit den Worten „Ich will ein Leben ohne Lügen!“ beendete gestern der 27-jährige Bernhard Kohl seine Karriere als Profi-Radrennsportler. Eine Rückkehr in den professionellen Radsport schloß er aus.

Ohne Doping gibt es keine Chancengleichheit im internationalen Spitzenfeld. Ich will ein Doppelleben, das auf Lügen basiert, nicht weiterführen. Deshalb ist endgültig Schluss.“ (mehr dazu hier)

In einem Interview bei Reinhold Beckmann sprach der ehemalige Radrennsportler zusammen mit Hans-Joachim „Hajo“ Seppelt und Prof. Dr. Mario Thevis u.a. über seinen Rücktritt, die vergangene Tour de France 2008, CERA und weitere Dopingpraktiken. Hier ein kleiner Auszug aus der gestrigen „Beckmann“ Sendung:

Beckmann: „…haben wir alle gedacht 2008 das könnte doch endlich mal wieder eine saubere Tour de France werden. War sie das aus ihrer Sicht?“

Kohl: „Definitiv leider nicht. Also, die sauberen Sportler sind nur fiktiv da…“

Kohl: „Ich habe in meiner Karriere 200 Doping-Kontrollen gehabt. Von den 200 Doping-Kontrollen, bin ich einmal überführt worden. Das heißt, eine negative Kontrolle bedeutet kein negativer Sportler.“

Quellen:

UPDATE: Lesen Sie dazu auch das Interview „Meine Aussagen bergen Gefahr“ 

„Der gefallene Sport-Held erläutert seine Beweggründe für das Karriereende, wie mit 19 Jahren alles begann und warum er auch Gendoping vielleicht nicht ausgeschlossen hätte.“

auf www.diepresse.com

Danke an den aufmerksamen Leser für den Hinweis!


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Amateur-Radsportler will auspacken und belastet BDR

Was Doping-Experten bereits seit geraumer Zeit vermuteten, könnte sich nun bestätigt haben: auch im Amateur-Radsport greift man zu leistungssteigernden Mitteln.

Anlaß für diese Vermutung gab ein kurzer Beitrag der ARD-Sportschau vom Sonntag (Mittschnitt: hier). Der vollständige Beitrag („Der dritte Kronzeuge“) wird heute abend (22.45 Uhr) in der WDR-Sendung „Sport Inside“ zu sehen sein. Dort soll Philip Schulz schildern, daß auch im Amateur-Radsport „quasi schon die komplette Palette“ zur Verfügung stehe.

Schulz war  bei den Landesmeisterschaften in Rheinland-Pfalz positiv auf das Amphetamin Boldenon getestet worden und im November 2008 für zwei Jahre gesperrt worden. Mit seiner Aussage über Doping-Praktiken in der Amateurszene erhofft er sich, die Zweijahressperre zu verkürzen. Der Rechtswanwalt von Schulz, Marius Breucker, teilte am Montag mit:

„Wir haben Revision beim BDR-Bundesrechtsausschuss eingelegt. (…) „Wir hoffen, dass er in den Genuss der Kronzeugenregelung kommt.»

„Sport Inside“ zufolge, soll Schulz in einer Strafanzeige beim Bundeskriminalamt auch behaupten, daß ein Mitarbeiter der BDR-Geschäftsstelle einem auf  hcG positiv getesteten Sportler empfohlen habe, sich ein Befund über Hodenkrebs zu besorgen, um auf diese Weise den erhöhten Testosteron Wert zu erklären und damit einer Sanktionierung wegen Dopings zu entgehen.

Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) weist in einer Pressemitteilung vom 09.02.2008 die Vorwürfe jedoch zurück und prüft rechtliche Schritte gegen Philip Schulz.

(…) Allerdings sind die Beschuldigungen von Philip Schulz gegen Mitarbeiter der BDR-Geschäftsstelle, einem positiv getesteten Radsportler empfohlen zu haben, sich ein Attest auf Hodenkrebs zu besorgen, um so einer Dopingstrafe zu entgehen, falsch. Rechtliche Schritte gegen Schulz in diesem Zusammenhang werden geprüft.

(…) Das Hormon hCG regt im Körper die Testosteronbildung an. Ein erhöhter Wert kann ein Indiz für Dopingmissbrauch sein, ist aber auch ein Indikator für eine mögliche tumorartige Hodenerkrankung. Der Bund Deutscher Radfahrer hält sich an alle nationalen und internationalen Bestimmungen der Anti-Dopingrichtlinien. Entsprechend diesen Bestimmungen wurden der betreffende Sportler und die Nationale Anti-Dopingagentur (NADA) informiert.

[mehr]

Quellen:


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DFL vergibt Medienrechte

Bei der Vergabe der Übertragunsrechte für die Spielzeiten 2009/2010 bis 2012/13 der 1. und 2. Bundesliga setzt die Deutsche Fußball Liga GmbH (DFL) auch künftig auf bewährte Partner.

Das Fazit der Mitgliederversammlung in Frankfurt:

  • 1,65 Milliarden Euro in den kommenden vier Jahren
  • Premiere, ARD, Telekom, ZDF und DSF künftige Rechte-Inhaber

Die Liga setzt auch künftig auf bewährte Partner. Die Pay-TV-Rechte der Bundesliga und 2. Bundesliga wurden dabei an den Abo-Sender Premiere vergeben, der somit weiter „alle Spiele, alle Tore“ live überträgt. Im Free-TV sicherte sich die ARD die Rechte an den Zusammenfassungen am frühen Samstagabend (ab 18.30 Uhr) und am späten Sonntagabend (ab 21.45 Uhr), während das ZDF weiterhin eine Highlight-Sendung am späten Samstagabend (ab 22.00 Uhr) ausstrahlen wird.Im Bereich IPTV bleibt die Deutsche Telekom ebenso am Ball wie bei den Mobilfunk-Rechten. Im Web-TV überträgt künftig ebenfalls Premiere. Die Zusammenfassungen der 2. Bundesliga werden am Freitag und Sonntag ebenso wie das Montagsspiel im DSF übertragen. Darüber hinaus werden die Samstagsspiele der 2. Bundesliga in der Bundesliga-Highlight-Zusammenfassung der ARD stattfinden.

Mitteilung der DFL vom 28. November 2008

Weitere Informationen dazu: sport.zdf.de

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EBU und ARD: Vertrag oder nicht Vertrag?

Unter der Überschrift „Übertragen wir sauberen Sport?“ hat die Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung ein Interview mit Fritz Pleitgen veröffentlicht. Der heute siebzigjährige Journalist war in der Zeit vom 01. Juli 1995 bis 31. März 2007 Intendendant des Westdeutschen Rundfunks (WDR). Von 2001 bis 2002 war er Vorsitzender der ARD. Seit dem 01.10.2006 ist er Präsident der Europäische Rundfunkunion (European Broadcasting Union).

Seitdem die ARD am 16. Okotber 2008 den Ausstieg aus der Live-Übertragung der Tour de France ankündigte (hier), liegt sie mit der EBU im Streit über einen Vertrag mit dem Veranstalter der Tour de France (Amaury Sport Organisation) den die EBU für ARD und ZDF geschlossen hat. Die ARD dagegen vertritt die Auffassung, keinen bindenden Auftrag an die EBU erteilt zu haben. „Nach den EBU-Regeln hat die ARD einen Vertrag geschlossen“ erklärt Pleitgen.

SZ: Herr Pleitgen, beim Streit mit der ARD geht es darum, ob eine Offerte, die die ARD am 15. Januar gegenüber der EBU formuliert hat, bindend ist mit der Abgabe oder erst bei Erfüllung von Bedingungen, die mit der Abgabe verknüpft sind. Nach gültiger EBU-Regelung soll das schriftliche Interesse bereits reichen, unabhängig von damit verbundenen Konditionen, etwa zum Preis, oder, wie im Falle der Tour de France, verpflichtenden Anti-Doping-Klauseln.

Pleitgen: Das ist richtig. Die EBU verhandelt nur auf der Grundlage verbindlicher Zusagen ihrer Mitglieder, sonst braucht sie erst gar nicht anzutreten. In den „EBU Sports Rights Acquisition Rules and Procedures“ sagt Paragraph 2: „Wer ein Gebot abgegeben hat, kann es nicht einseitig zurückziehen, sobald sich die Garantorengruppe gebildet hat.“ Nach diesen Regeln hat die ARD der EBU den Auftrag erteilt, auch in ihrem Namen mit der ASO, dem Veranstalter der Tour de France, einen Vertrag auszuhandeln und auf der Basis des Angebots abzuschließen. (…)

SZ: Wie teuer würde es für die ARD werden, den EBU-Vertrag mit der ASO nicht anzuerkennen?

Pleitgen: Es geht für ARD und ZDF um gut 20 Millionen Euro für drei Jahre. Dazu könnten Schadenersatzforderungen wegen ausgebliebener Sponsorengelder kommen. Die EBU wird die Summe sicher nicht übernehmen wollen. Ob das ZDF sich gerne daran beteiligt, wage ich zu bezweifeln. Es kann nicht sein, dass der Gebührenzahler die Zeche begleichen muss. Das habe ich schon beim umjubelten Ausstieg 2007 kritisiert. Sollte das jetzt wegen eines Kommunikationsfehlers schief gehen, dann wird es ziemlich ernst. [mehr]

Quelle: sueddeutsche.de

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Tour-Veranstalter kein Verständnis für Ausstieg

Die Amaury Sport Organisation (A.S.O.), die u.a. die Tour de France, das Paris-Roubaix Rennen und die Rallye Dakar veranstaltet, zeigte kein Verständnis für den Ausstieg der deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehsender aus der Live-Berichterstattung der Tour. (Lesen Sie auch hier)

«Die ARD hat einen Anti-Doping- Kampf verlangt und empört sich, wenn gedopte Fahrer entlarvt werden», hieß es in einer Stellungnahme der Pariser Verlagsgruppe, die sich «seit einigen Jahren einen Kampf gegen Doping ohne Pardon» attestierte. Es sollte wohl «gesucht und nichts gefunden» werden. Die ARD treffe mit ihrer Entscheidung «unglücklicherweise jene, die gegen Doping vorgehen. [mehr]

Quelle: rad-net.de

„Harte Kritik am Tour-Ausstieg von ARD und ZDF“ auf faz-net.de

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ARD steigt aus Tour-Übertragung aus

Die ARD wird aus der Live-Berichterstattung über die Tour de France aussteigen. Dies wurde am Donnerstag auf einer Klausutagung in Köln von Intendantinnen und Interdanten entschieden.

Der ARD-Vorsitzende Fritz Raff sagte: „Der sportliche Wert der Tour de France hat sich aufgrund der gehäuften Dopingfälle und der daraus gewonnenen Erkenntnisse erheblich reduziert. Damit ist auch der programmliche Wert stark gesunken.“

Die Intendantinnen und Intendanten sind der Meinung, dass eine breitflächige Übertragung in den öffentlich-rechtlichen Programmen auf absehbare Zeit nicht mehr zu rechtfertigen ist.

Das ZDF werde nicht alleine übertragen, so ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brendner. Er kündigte Gespräche mit der ARD und der Europäischen Rundfunkunion an.

Quellen:

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TV-Tipp: ARD – „Olympia im Reich der Mittel“

ARD-Reportage: „Olympia im Reich der Mittel“

Film von Hajo Seppelt und Jo Goll  Weltspitze im Doping – in keinem anderen Land der Welt sind in den letzten 15 Jahren mehr gedopte Spitzensportler aufgeflogen als in China. Doch im Olympiajahr soll alles sauber sein, die kommunistische Sportführung in Peking behauptet, sie kämpfe kompromisslos und entschieden gegen Doping. Die ARD-Reporter Hajo Seppelt und Jo Goll blicken in ihrer Dokumentation hinter die Kulissen der chinesischen Anti-Doping-Propaganda.

Mehrere Monate lang hat das Team in China und anderen Ländern recherchiert. Bei den Dreharbeiten im Gastgeberland der Olympischen Spiele stießen die Autoren immer wieder auf beklemmende Zustände: Streng abgeschirmte Trainingslager, zum Schweigen verurteilte Trainer, Polizeiverhöre von Dopingopfern, Chemiefabriken, die mit Dopingmitteln den weltweiten Schwarzmarkt überfluten und vor Ort illegaler Handel mit verbotenen Substanzen. Selbst das hochriskante Gendoping, also der Eingriff ins menschliche Erbgut zur Leistungssteigerung, ist in China längst möglich. Zum ersten Mal ist es einem Fernsehteam gelungen, dafür Beweise zu liefern. (…) mehr dazu hier.

WO: Das Erste

WANN: Montag, 21. Juli 2008, 21. 00 Uhr

Quelle: DasErste.de

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