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TAS/CAS: 4 Jahre Sperre für Jürgen Pinter

Der Court of Arbitration for Sports (CAS) hat den Rechtsmitteln der World Anti-Doping Agency (WADA) und des International Olympic Committees (IOC) gegen die Entscheidung der International Skiing Federation (FIS) vom 22. November 2007 stattgegeben. Der Schiedsspruch betrifft den österreichischen Ski-Langläufer Jürgen Pinter.

Während der olympischen Winterspiele in Turin im Jahr 2006 war es zu einer Razzia der italienischen Polizei in den Unterkünfen des österreichischen Langläufer Mannschaft in Pragelato gekommen, bei der umfangreiches Beweismaterial (Spritzen, Blutbeutel, Nadeln, Flaschen mit Kochsalzlösung) sichergestellt wurden. Das IOC leitete gegen Jürgen Pinter und weitere österreichische Athleten Disziplinarverfahren ein und schloß diese auf Lebenszeit von allen zukünftigen Olympischen Winterspielen aus. Dies wurde im Januar 2008 durch den CAS bestätigt. Mit Entscheidung vom 22. November 2007 sprach der Doping-Ausschuss der FIS Pinter von allen Vorwürfen, die im Zusammenhang mit den Durchsuchungen der italienischen Polizei standen, frei. Gegen diese Entscheidung wendeten sich die WADA und das IOC im Dezember 2007 mit zwei unabhängig eingereichten Rechtsmitel an den CAS. Eine Anhörung der Parteien und deren entsprechenden Vertreter fand am 30. September 2008 in Lausanne statt.

Der CAS-Ausschuss unter dem Vorsitz von Professor Luigi Fumagalli (Italien) und der Schiedsrichter Herr Malcolm Holmes (Australien) und Dr. Martin Schimke (Deutschland) nahm einen Verstoß gegen Art. 2.6 FIS Anti-Doping Rules (Possession of Prohibited Substances and Methods) und gegen Art. 2.8 FIS Anti-Doping Rules (Administration or Attempted administration to any Athlete) an.

Als Folge des Schiedsspruches hat der CAS Jürgen Pinter für einen Zeitraum von 4 Jahre rückwirkend ab den 01. März 2006 gesperrt.

Quelle und vollständige Pressemitteilung vom 21. November 2008 auf www.tas-cas.com

Weitere Informationen: FIS Anti-doping rules (Stand 2009)


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Matthias Lanzinger klagt gegen FIS auf Schadensersatz

Der österreichische Skirennläufer Matthias Lanzinger wird gegen die Fédération Internationale de Ski (FIS) auf Schadensersatz klagen. Der Sportler war im vergangenen März beim Ski Alpin Weltcup (Super-G) im norwegischen Kvitfjell schwer gestürzt und hatte dabei einen offenen Unterschenkelbruch mit schweren Gefäßverletzungen erlitten. Zwei Tage nach dem Unfall wurde ihm der linke Unterschenkel amputiert.

Wie sein Rechtsanwalt Manfred Ainedter mitteilte, soll die Basis der Forderungen ein Gutachten des Münchener Gefäßchirurgen Bernd Steckmeier sein. Bemängelt werden in dem Gutachten nicht nur eine „unvertretbare Verzögerung beim Transport Lanzingers ins Krankenhaus, sondern auch mangelhafte chirurgische Versorgung im Osloer Spital“.

Ob der lokale Veranstalter des Weltcuprennens oder der Internationale Ski Verband die Verantwortung für die angezeigten Fehler übernehmen müßte, ist noch zu klären.

Lanziger war zunächst in das das Spital in Lillehammer gebracht wurde. Dieses war offenbar nicht in der Lage die Gefäßverletzungen zu behandeln. Dadurch sei es zu einem Zeitverlust gekommen, die einen Erhalt des Unterschenkels „entscheidend verschlechtert“ habe. Nach Informationen der österreichischen Nachrichtenagentur APA sollen dem Gutachten zufolge die ersten chirurgischen Eingriffe in Oslo nicht fachgerecht erfolgts sein.

Die Athleten, die eine Eintragung in den Internationalen Ski Verband (FIS) begehren (Lizenz), müssen eine sog. „Athletenerklärung“ unterzeichnen, in der sie u.a. neben einer Anerkennung der Risiken auch einen Haftungsverzicht erklären. Darin heißt es:

4. HAFTUNGSVERZICHT
Soweit es das anwendbare Recht erlaubt, verzichte ich gegenüber der FIS, meinem nationalen Skiverband und dem Organisator sowie deren Mitgliedern, Direktoren, Funktionären, Freiwilligen, Lieferanten und Agenten auf alle Ansprüche aus Verlust, Verletzung oder sonstigem Schaden aus meiner Teilnahme an den von der FIS genehmigten Wettbewerben oder Trainings.

Nach Ansicht des Rechtsanwalts Ainedter wäre es aber nicht ausreichend, wenn sich die FIS auf den lokalen Veranstalter verläßt. Vielmehr hätte sie die Sicherheitsvorkehrungen und die ausreichende Versorgung vor Ort eingehend überprüfen und die Einhaltung der Bestimmungen im FIS Medical Guide kontrollieren müssen.

Quelle: kleinezeitung.at

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